Niederstaufener Mundart
Wia ma bei iis schwätzt
Die regionalen Mundarten, auch Dialekte genannt, sind eine aussterbende Spezies. Das könnte man befürchten, wenn man den jüngeren Mitbürgern beim Reden zuhört. Nicht nur die neuen Medien, wozu ein altmodischer Mensch auch den Rundfunk und das Fernsehen zu zählen geneigt ist, auch die Zentralisierung der Schulbildung, die wechselnde Lehrerschaft, die sich oft aus weit entfernten Regionen rekrutiert, und die Furcht Mundart sprechender Eltern, ihre Kinder hätten einen Fortkommensnachteil, wenn sie "so schwätzed, wia na's Muhl gwachse isch"!
Als Mundartsprecher kommt man sich immer noch ein wenig minderwertig und vielleicht sogar ungebildet vor. Es sei denn, man ist Schweizer, Ober- und Ostallgäuer oder Oberbayer! Bei diesen Volkstumsgruppen fehlt es nicht an Selbstbewusstsein. Auch weiter östlich, nördlich und südlich der Westallgäuer, zu denen sich die Niederstaufner beharrlich zählen, wächst der Stolz auf die eigenständige Sprache. Das soll unser Vorbild sein.
Wir, die Heimatpfleg(l)er von Niederstaufen, die wir zwar auch schon nicht mehr zu den Allerjüngsten zählen, wollen versuchen, unsere Niederstaufner Mundart, die sich schon ein wenig von der der umliegenden Dörfer und Städte unterscheidet, zu erhalten und aussterbende Begriffe in die Erinnerung zurück zu holen.
Niederstaufener Mundart
A
aag(ao)ng - anfangen; es fängt ein Feuer an zu brennen
aamache, bizzle - Begehren erwecken
aane - oh je, "ach du liebe Zeit"
aabe - hinunter
aalegge - anziehen
aasichtig weare- zu Gesicht bekommen
aaschdelle (ebbas aaschdelle) - etwas verbotenes machen, sich was zuschulden kommen lassen
abe(a)r - herunter
abb - abgebrochen, entzwei
abhä(ö)ldig - schräg abfallend
abfiisle - abnagen (Fleisch vom Knochen)
a(o)ber, a(o)per - schneefrei
adör - anhänglich (störend)
afánge – nun endlich,vorderhand, langsam i.S.v.vom Jetzt ausgehend aheefle – Hefeteig bereiten, schwanger werden
agrad a so (grad a so) - gerade noch, genau so
ahäsa - Kleidung anziehen
albott (allbodd) – häufig, oft
allad(t), allbott, all Henneschiß- immer, immer wieder in kurzen Abständen
alle(a)weag - auf alle Arten, in allen Fällen
alla(e) mee - immer wieder
amend - etwa gar, womöglich, schließlich; mit Nachfrage: amend hä
an Gluuscht – Appetitauf etwas Bestimmtes
A(o)is(se) (Eusse)- Furunkel
aufhe(e)ba(e) - aufheben, aufbewahren
Augedeckl - Augenlieder
ausdenkt (usdenkt) - auf einen Vorteil bedacht sein
ausgeschämt (usgschämt) - unverschämt, schamlos
ausrichte (usrichte) (ebban usrichte) - über jemandes schlechtes erzählen
ägschbliziere - erklären
äschdimiere - loben, Wert schätzen, ehren
B
Bachescht(d)uiner - Backsteinkäse
Babbedeggl - Karton
bache - backen
bachele warm- gut warm, gemütlich warm
Bagge - Wange
Bälg - Kinder
Bämsl - Pinsel
bäbbe - kleben
B(ao)h - Lagerplatz auf einer Empore in einer Tenne
B(oa)hle - Kater
b(ao)mbbele - baumeln
B(ao)tsche - Hausschuh
b(ao)tschig - lahm, verschlafen
Bapf(i) - Schnuller
Beatnoggl - Frau, die sehr häufig in die Kirche geht, dann aber andere ausrichtet
Beattlmetzgar - Lindenberger Biibele – Kücken
Beafzger - kleiner Hund, Kläffer
benze - nörgeln
Bfläddr - Kuhfladen
bibbre - zittern, vor Kälte schlottern
Bettseucher - Buschwindröschen
Bierling - kleiner Heuhaufen
Bind – Obstgarten mit Hochstämmen
biisle – Wasser lassen
Biibele - kleine Küken
Biig (Holz) - Holzstapel biige: aufschichten
Birzl – a kluina Birzl - ein kleiner Kerl
Bißgurre - keifendes Weib
bitzle – a bitzle – ein wenig
bitzle – mi bizlets– mich reizt, ich möchtegar zu gern
Bix – Dose, primäres weibliches Geschlechtsorgan, abwertende Bezeichnung für weibliches Wesen
bläare - weinen
bläatzwiis - stellenweise
Blärhafe – weinerliches Kind, jemand der dicht ans Wasser gebaut hat
Blätzle - kleines Weihnachtsgebäck
bl(ao)ge - quälen, plagen
blangre – sehnen, ersehnen bode – ziemlich (bode viil)
bludd(tt) - kahl, haarlos, nackt
bluedsnarred - außergewöhnlich zornig
bocke (bogge) - beleidigt tun, sich weigern
Bodebiira – Kartoffel
Boad(t)sche – Hausschuhe, langweiliger Typ
briagga, bläre – weinen
bode - ziemlich
bö(e)bbele - (Böbbele) = kleine Menge, rieseln, feiner Hagel
bö(e)ldr als idd - eher als nicht
Bre(a)(ä)nter - Art Hafermus
breatlesbroit - (schwätze) sehr ausführlich daherreden
bruddle - vor sich her nörgeln
brüeßle - schimpfen, maulen
brogge – pflücken
bseasse - von etwas beseelt sein, sehr kämpferisch aktiv, leidenschaftlich, temperamentvoll
bschiaße - es reicht aus, funktionieren, gelingen; heit bschiaßt as it
bschidd(tt)e - Gülle ausbringen
bschosse – geistesgegenwärtig
Bubuz , Buunabl - Bauchnabel
Buinr - Knochen
Buschla - gebündeltes Reisig
Buseler, Buusler – Kälbchen
Buudl - Fläschchen für das Baby
Butzele – Baby, Säugling
Butze - Kerngehäuse eines Apfels, es hot an Butze: es ist nicht einwandfrei
D
Daatsche (Zwetschgedaatsche) - flacher Zwetschgenkuchen
Daas – frisches Tannenreisig, s`Daas
d’Obrate – der Dachboden
d’Wehtag - Schmerzen
däätsch mr (br) idd - würdest du mir nicht (dieses oder jenes) tun
dätsche - klatschen im Sinne wie Fliege totschlagen, leicht schlagen vrdätschd - zusammengedrückt
dabbe - treten, tappen
dabb(pp)ig - ungeschickt
damisch - nicht klar im Kopf, bzw. noch verschlafen, bzw. bezogen auf andere oder Sachen: blöd, schlecht
Dant - übertriebener Aufwand, Danteler: Mensch, der sich im Kleinen verliert, langsam ist und nichts fertig bringt
deanad - drüben
devuu jeiche – jemanden davon jagen
Dichl - Wasserrohr aus einem ausgebohrten Holz
Dichlbohrer - Mensch der sich für etwas viel Zeit nimmt
dinna - drinnen
diseweag - umgekehrt
doba - droben
Doggebabl – Puppe Dohle – Drainage
Dolder - Tannenwipfel
dohle (doole) – eine Drainage graben
doat(dd)rlos - geschmack-, saft-. leblos, langweilig, energielos
doiged - teigig energielos, lahm
doosohrig – nahezu taub
driale - sabbern
Drimsl (Drimsler) - verträumter, realitätsferner Mensch, Spintisierer drimsle - herumlungern
drimslig - schwindlig
Dr(oa)dler - Zögerer, langsamer Mensch
Dr(oa)me - Pfette, dicker Balken
Drugg(ck)e - Truhe, manchmal auch Schimpfwort für eine ungeschlachte Frau
Drumm (a Drumm) - großes Stück
dr’Wii(o)l hong – Zeit haben
drätze – provozieren, ärgern
driebelierig – ungeduldig, drängelnd
Driisgescht – Dreißig Tage vom 15. 07.-15.08. (günstigste Zeit z Pflanzung, Kräuter haben beste Heilkraft)
Du(a)le - Verdiefunge, Delle
Dudde - Euterzitze
dunda - drunten
dussa - draußen
duure - andauern
duusle (eiduusle) - leicht schlafen
E
eabe - eben deshalb
ebba - etwa
ebbas (ebbes), nommas - etwas ebbas seddigs - so etwas
ebbr - jemand
ee (eh) - sowieso
eeba - eben, flach
ehnder - eher, bevor
Engedei - enge Situation
eschtimiera – würdigen, wertschätzen enge – stechen(An Weabs hot mi g’engt.)
es(x)pliziera - erläutern, erklären
ettle - einige
Eucher(le) - Eichhörnchen
F
Fährle – Ferkel
fäage - kehren
fai (fei) – (Des isch fai wohr!)wirklich (bestärkend)
Fasel - Jungholz von z. B. Tannen
feand - letztes bzw. vergangenes Jahr
Feal - Wunde
Feel – Mädchen z. T auch Schbuddl
fiage – passen
figge - scheuern, reiben z. B. wenn der Schuh reibt (auch Geschlechtsverkehr ausüben)
figgrig - nervös, unruhig
Fidle - Hintern
firbe – kehren
Firger – Spülstein
flagge - liegen
Fläädlesubbe - Suppe mit Streifen vom Eierkuchen
fugsd (des fugsd mi) - das ärgert mich
Funzl - schlecht leuchtende Lampe
G
Gade - Schlafzimmer
Gää(h)winda – Schneeverwehungen
galt - nicht tragende Rinder
gäägge – wackeln, kippeln umgägge – umwerfen, kippen
Gätt(dd)r – Gatter
goatzge - gackern
Gealte – Holzzuber
Geppl/ Göppl, an alte Göppl – ein altes Fahrzeug (-rad)
giere, as gieret – quietschen, es quietscht gigampfe – mit dem Stuhl schaukeln Giggeler – Hahn
giigampfe - z. B. auf 2 Stuhlbeinen schaukeln
g’höreg – richtig, gut, wie man es sich vorstellt
Giggelar - Gockelhahn
Gingg, an – Fußtritt, ein
gingge – mit dem Fuß treten
Gitzebolle - Graupel
Gischpl – unruhiger Zappler
glei - sogleich
glii - des isch mr glii: das ist mir gleichgültig
Glubbe - Wäscheklammer
Gluufe – Steck- oder Sicherheitsnadel
Gluufemichl – geiziger Mensch
Glumbb - Gelumpe
gnot – schnell
Gogummra – Gurken
Golgger – Handpumpbrunnen
golgge – pumpen mit dem Golggerbrunnen
g(a)omme – alleine Haus, Kinder hüten
Göppl/Geppl – von einem Lasttier angetriebenes Drehkreuz zum Betrieb einer Pumpe, eines
Schneidegeräts etc.
Götte (Gödde) – (Tauf-)Pate
Gottle,Gotta – (Tauf-)Patin Gosche – Mund, Maul
Goggelores - dumm tapsiger Mensch
Gölte - Bottich
gosche - schimpfen
gotzig(e) - der/die Einzige
Grääbele - Stoßstelle zwischen 2 Matrazen im Ehebett
gräabbsle - kriechend klettern
Grädde - Korb
Graffl - Gelumpe
Graggler – alter hinfälliger Mann
gre(ä)nne/ vrgre(ä)nne – spotten/ verspotten
griile – gässlich, greulich
Griffl - Finger; auch Daope
Grind - Kopf (derb)
groate – gelungen, geraten
Grüeba - ausgesottene Speckwürfel
Grumpra – Kartoffel
Gruuscht – unnützes Zeug
gruuschtle – herumsuchen ohne Ziel
g’scheagget - gefleckt
gla(u)mbbeds Vrhältnis, gschlambbeds Vrhältnis - illegales Verhältnis zwischen Mann und Frau, nicht verheiratet
Gschiiß a - a Gschiiß hong, übertriebene Aufmerksamkeit gegenüber Personen oder Dingen
Gschludr – Matsch schludere - schlampig arbeiten
gschp(b)ässig- merkwürdig, seltsam, rätselhaft
Gschpane – Genosse,Kamerad, Mitwanderer
Gschtältle – Strumpfhalter
gschtärr – starr, steif
gschtoaggelet – aufgeschossen, schlagsig
gsi - gewesen
Gsulfer - schlechte Handschrift, Geschmiere
Guddere - Flasche
Guetscheball – Gummiball
Guggar - Kuckuck
gugge - schauen
guine - gähnen
Gurreschinder - Opfenbacher
Gwolt - Gewalt, Kraft
H
Haag – Zaun Hafe – Topf
haadsche - schwerfällig, schlampig in der Schrittführung gehen
hä - wie bitte
Hääfele – Topf, Nachttopf
h(är)(ea)ze – klettern, steigen
hääre - rufen
Hääß - Kleidung
hä(h)l - glatt, glitschig, schöntuerisch
Hälgiiger – Schöntuer
Hack - Habicht Hännahack - Hühnerhabicht
haore - raufen
heanad - herüben deanad - drüben
Hennebrupfe - Gänsehaut
Hennedebbele – kleine Schritte
hergoleß - "verdammt noch mal"
hobbere - bei unebener Straße ein Ruckeln bzw. Stoßen
hii - kaputt, tot, dahin
Hiisle – kleines Haus, Klohäuschen
hinderfier – verkehrt herum
hindersche - rückwärts
hofele – langsam, behäbig, sachte
Hornigler - Graupelschauer
Hoselott(dd)rer – mit schlampig weiterHose ausgestatteter Mann
hudle - zu schnell und damit etwas schlampig machen
huere - es gelingt nicht recht (as huerd mr); Verstärkung einer negativen Beschreibung (huere Glumbb)
Huize - Holzgestell zum Trocknen von Gras (hochdeutsch: Heinzen)
huuse - wohnen
I J
iiberhops - sehr ungenau, ungefähr etwas abschätzen
iidressiert – geizig
idd - nicht; des goad idd - das geht nicht; auch idda
imdde - Bäume veredeln
inna weare - erfahren
jaiche, joiche - scheuchen
jucke - hüpfen; beißen )Juckreiz) des juckt mi it: das regt mich nicht auf
K
ka(o)lte, nommas ka(o)lte – aufbewahren, behalten, etwas behalten
kähl – widerlich, wüst, unappetitlich
Kähner – Dachrinne
Käar Kear – Keller
Katzegschroi - Röstkartoffel mit Fleischstückchen, evtl. mit Ei
Kemmat, Kämat – Kamin
Kemmekehrer – Schornsteinfeger
Kipf - 1 kg längliches Brot
Kitt(dd)erfiidle- jemand, der gerne kichert
kittr(e)a – kichern
Kläschbes - gedankenloser, einfältiger, schrulliger Mensch
Klatt(dd)ra – Schmutzschuppen, grober Schmutz (Kot) auf Haut und Fell
Klubbe – Wäscheklammer
Klumse, a Klumse- enger Spalt, Ritze
kneischt(d)e - stöhnen
Knieringe – Strumpfbänder
kommood – bequem
Koog – Siach: Schlawiner
kopp(bb)e - aufstoßen, rülpsen
kräbsle kreabsle naufkreabsle - klettern, hinauf steigen eines Kindes auf allen Vieren
Krätte – Korb
krätzebuggele – auf dem Rücken tragen
Kratzate - Art Eierschmarren
Krattler – Nichtsnutz, Rumtreiber auf niedrigem Niveau, jemand der nichts fertig bringt
Kriasbr - Kirschen
kria(e)ge - bekommen due kriesch fei nix - du bekommst nichts
Kritzstock – Fensterkreuz
Kuddlmuddl - Durcheinander
Kummet mr doch uf Kirbe, rutsch(e)d mr d Buggl na - ihr könnt mich gern haben (Buggl = Rücken) Kirbe Kirchweih
Kuttla - Gedärme suure Kuttla - entsprechendes Essen, Voressen
L
Lache – Pfütze, Jauche
Laggl - grober, ungeschlachter Mensch
laggle - im Spaß miteinander balgen
lagg - schal (Bier)
Lalle - Lapp
lalle - undeutlich reden, z. B. zu viel getrunken
Läller - Zunge
läbbrig - Sachen: schwach, verbraucht, dünn; Menschen: altersschwach; Essen: geschmacklos
Läfrer – Schwätzer
Laibele, s’Laibele – die Toilette
lätt(dd)sche – vergießen, ausschütten, plätschern, Flüssigkeit verteilen, stark regnen
Läätsche – Tölpel, Dummkopf, Leichtfuß
lärge – nuscheln, undeutlich sprechen
Le(a)zealte – Lebkuchen
leache – undicht (z.B. bei Holzbottichen)
leachr - geschmacklos, fad
leaz - falsch verkehrt
liage – lügen
Liible - Weste aus Stoff ohne Ärmel
Liich - ma goht uff d`Liich - Beerdigung, natürlich auch die Leiche
liiche - spülen, schwemmen
liis - wenig gewürzt, gesalzen
Liddegschwätz - Gerücht
loddre - wackelig sein; vrloddre - in seiner Ordentlichkeit nachlassen
loddrig – wackelig, lose, Mensch: gebrechlich
Loibate – Rest auf dem Teller
Loisa – Fahrspuren im weichen Gelände
Loible - Weihnachtsplätzchen
loose – horchen, horche
loddschig - schlampig
Loroija Loreie - Heu, in langen Linien zusammengerecht
luege – schauen
Lumbbe - Lappen; Butzlummbbe - Putzlappen
Luude hong - frei sein, unbeaufsichtigt sein
Luuser - Lausbub
Luimsiader – langweiliger, langsamer Mensch
''m Glick s’Fiedle zoige – einen guten Vorschlag nicht annehmen
M
Mammeler - Muttersöhnchen
mächele - basteln, hobbymäßig arbeiten
Mädle – Mädchen
Mädlefudler – Junge, der sich gerne bei Mädchenaufhält
mangle - entbehren, nicht finden
Mäschele - Schleifchen; kurze Krawatte = Fliege
Mäschg(e)rle - maskiertes Kind
Matz - Frau, die schnell auch mit anderen verkehrt, jedenfalls nicht ehrlich ist
meangge - leicht jammern
Moasa - Flecken;
moasig - fleckig
Molle - (kastrierter) Stier; ungehobelter Mensch
muasig - weich breiig lahm energielos
muugele – angenehm Wohnung: angenehm warm
muuldiir - mundfaul, nicht gesprächig
muschbr - wach, agil, ausgeschlafen, gut geraten
muxe, se muxe - sich rühren, etwas sagen
muxmeislestill (sii)- ganz still sein, sich nicht rühren
N
naa - hinunter
näägge - nörgeln
Nägele - Gewürznelken
Nahna - Großmutter
Nähne - Großvater
näebenus gange - fremd gehen
nammas – etwas, ein wenig niatzig – nichtsnutzig
n(ao)che mache - sich beeilen
n(ao)mma - irgendwo
n(ao)mmar - jemand
n(ao)mman bloage – jemandenleicht quälen, nerven
n(ao)mmas – etwas
n(ao)mmas vrsoode – etwas vergeuden
n(ao)mmern fuchse - jemanden ärgern
niine m(ao)le - Mühle spielen
nolle - kauen ohne Zähne
nootig – arm, ärmlich; noote - kärglich leben
numma - nicht mehr
O
(Oa)mahd - der zweite und evtl. weitere Grasschnitte; der erste Schnitt ist das Heu: Hei
Obacht gea - aufpassen
Ochse(ao)uge – Spiegeleier
Oiss - Furunkel
Osch(td)ner – Ostwind
(ou)ischichtig - ledig
P
Pfitzer – besonders schneller Mensch
Pflaotsche - dicker, schwerfälliger, unbeholfener Mensch
Pflättr – Fladen, Kuhfladen
pflietsg(ea) – niesen
pfludere - ausprusten
Pf(r)öbfler - Nichtskönner, notig lebender Mensch mit sehr kleinem Betrieb bzw. sehr kleiner Landwirtschaft
pfuuse - keuchen
pfurre a`pfurre - massig schimpfen
pfuutzge - wenn Dampf stoßweise z. B. aus einem Topf entweicht
Q
Quäddsche - Zieharmonika
Quäggsilbr - sehr lebhaftes Kind
R
rääß - beißender Geschmack; "scharfer" Käse, scharf gesalzen
räms(e)le - nach Urin riechen, bzw. so wie wenn man sich lange nicht gewaschen hat
räede - Erde sieben
Raafe - Dachsparren
raar - selten
radibutz - restlos, mit Stumpf und Stiel
Rallemueß - Mehlmus mit Milch
randsche - fortgehen, sich umhertreiben, Einkaufsbummel ohne dass es notwendig wäre
Rantsch - Frau, die immer unterwegs ist, einkaufen, ratschen usw.
R(ao)ngge - großes Stück Brot
Rank - Kurve
Ranze - dicker Bauch
reppl(ea) - Baumstamm entrinden
Riibele - feines Draht- oder Kunststoffgeflecht festgebackenes in der Pfanne zu reinigen (Pfanneriibele)
Riibiise – Reibehobel, garstige Frau
riigschmeggd - zugezogen
roddle - kräftig rütteln
rip(bb)s(ea) - reiben, scheuern
roifle - schnell rennen
ruessle - schnarchend schlafen
Rossmugga – Sommersprossen
Rumpl i.S.v. alte Rumpl – alte unattraktive Frau
S
Säaga(e)s - Sense
sämsere - unentschlossen zögern
seer - empfindlich, reizbar (Haut), wund, aufgeschürft
seuche - pinkeln; auch wenn die Dachrinne rinnt; auch wenn es stark regnet
Singat(dd)e - Birnenbrot
Seckl – primäres männliches Geschlechtsorgan, abwertende Bezeichnung für männliches Wesen
Siach, Koog – Schlawiner
Simplfransa – Ponyfransen
sode, vrsode - vergeuden
sott - sollte
sootzge - quietschen, wenn z. B. Wasser im Schuh ist
stoare – stochern
Stoare, an – etwas Dürres, Dünnes,Vertrocknetes (auch auf Menschen anwendbar)
sulfere - schlampig schreiben, schmieren
suuleadere - gepfefferte Witze erzählen (aus der unteren Schublade)
Suuser - Weinmost
Suzzele - junges Schweinchen
Sch
schäbbere - klappern, blechern klingen
schäbbs - schief, schräg
Schäffle - kleines Zuber mit zwei Handgriffen
schärre - kratzen
Schamitzel - Papiertüte
Schoale - Trottel
Schdäffel(e) - Stufe, kleine Treppe, kleines tragbares Podest im Haushalt
Scheese – Kindrscheese, Kinderwagen, (alte Frau)
schealle – läuten schiege – unrund gehen
schdupfe - Brot eintunken
Schiffle - im Küchenherd eingebauter Wasserbehälter, so dass man mit dem Kochen auch warmes Wasser hatte
schiire – einheizen (aschiire/ noschiire)
Schippl - Büschel Haare
schirgge, schiagge - schlecht, schlampig laufen, so dass die Schuhe kaputt gehen
Schlanz, des hot an Schlanz - läuft wie geschmiert, der Laden läuft
schläddere vrschläddere - verschütten
schlenze, wegschlenze - herumschwingen, wegschleudern
Schlattrohre – abstehende Ohren
schloddrig – schlabbrig
schloipfe – schleppen
schlorgge – schlurfen
Schlupfer – Muff
schmatzge – schmatzen
Schmuddra – Gesichtsfalten
Schnäddrbäs – Ratschkattel, Klatschweib
schnaggle, a alter Schnaggler, Knieschnaggler - wackeln, leicht knacken, alter Mann - unsicher auf den Beinen
weiche Knie; eischnaggle - einrasten, jetz hots g`schnaggled - jetzt habe ich das verstanden
schnaigga – naschen
schnaiggle - lustlos essen, g`schnaiggled sei - heikel sein
schneibele - schwach schneien
schnelle, vrschnelle - knallen, krachen, platzen
schnip(b)fle - schneiden
Schnoagge - Stechmücke
Schoope - Jacke
schoppe – stopfen, hineinstopfen
vrschoppet – verstopft
Schpridlbiig – feines aufgeschichtetes Holz (Anfeuerholz)
Schpiiße - feiner Holzsplitter, der sich unter die Haut stach
schpuize - spucken
Schranz - Riß
Schtoare - schlanke, evtl. bissige, nicht ganz schöne Frau, verkümmerter Baum
Schtopfer - siehe Rallemueß
Schträhl - Kamm
scht(d)riale – streunen, sich herumtreiben
schtupfle - kleine Stiche bzw. Druckstellen, wenn man z. B. barfuß über frisch gemähtes Gras geht
schupfe - stoßen Schupfnudle - Teigstücke, die vom Brett mit der Hand abgeschupst werden
Schumbb - junges Rind
T
Trucke - Truhe
U
underiebersche – kopfüber
Underluft - Westwind, vom Bodensee her
usgschemmt – unverschämt, schamlos
uusgränne - verspotten
uusrichte - jemanden schlecht machen
V
vjörsche – vorwärts
voartlhäftig – gewinnsüchtig; vorteilhaft, geschickt
Voareasse - Gekröse in brauner Soße, Saure Lunge mit Knödel
vorfeand – vor zwei Jahren
Vrbärmscht - Erbarmen
vrbutze - wegessen; dean kaan i it vrbutze - den mag ich nicht
vrbuudle – zerknittern
vrdroadled - wirr (mehr im Sinne von skuril), verknäuelt
vrdwiared – verwirrt, mehr im Sinne von krank
vrgroata – misslungen
vrhoibed - zersaust
vrhornre – zornig werden
vrlickrle – herausfinden, zustandebringen
vrliide - aushalten
Vrlitt – Mühe, Anstrengung
vrpfizze - entwischen
vrripsed – aufgescheuerter Stoff
vrschnölle - platzen
vrsoode – vergeuden
vrzirne (noammern vrzirne) – verärgern, beleidigen (jemanden verärgern/ beleidigen)
W
Waase - gestochener Torf
Wädl - Waden
wäh – fein gekleidet
Wehdag - Schmerz
wiascht – hässlich
wiiff - intelligent
wöllaweag – trotzdem, jetzterst recht
wulle si – unempfindlich sein, sich nicht um Beschwerden kümmern
wundergearn – neugierig
Z
Zabii - Reißhaken um Stammholz zu bearbeiten (ziehen, heben)
zamse - anlocken
z’mol - plötzlich
Zealte – Gebäck
Ziebele – Zwiebeln
Zirne - Weidenkorb
